
Version vom 21. Juni 2002
Ergänzt am 22. Februar 2004
Zuerst einmal eine Warnung: FLI4L in VMware ist nicht so sicher wie
auf einem eigenen Rechner.
Für Nutzung einer ISDN Karte hatte ich keine Möglichkeit zum Testen.
Ob es analog zu meiner Vorgehensweise gilt, kann ich deshalb weder bestätigen
noch verneinen. Aber insbesonders für die ISDN Karte gilt folgender Warnhinweis
GANZ BESONDERS:
Es existiert im Client Rechner auch die Netzwerkkarte für die DSL Verbindung bzw. die ISDN Karte.
Bei Nutzung dieses HowTos geht ein großer Sicherheitsaspekt verloren.
Ein bösartiger Virus könnte u.U. die bestehende Netzwerk Karte zum DSL Router bzw (noch gefährlicher:) ISDN Karte erkennen und dies ausnutzen, trotz FLI4L!!!
Unser FLI4L kann seine Sicherheit nur dadurch erreichen, dass die Hardware zum Internet hin weitgehend abgeschirmt ist vor 0190-Dialern. Wenn die ISDN Karte allerdings im gleichen PC steckt, auf dem auch das (Windows) Betriebssystem läuft, dann bestünde die Möglichkeit, dass die ISDN Karte direkt von einem bösen Programm angesprochen wird, und FLI4L keine Möglichkeit hat, dies zu verhindern.
Nochmal die Warnung: meine Vorgehensweise ist nur als "Backup" Lösung (fallback) gedacht, falls der Router mal überraschend ausfallen sollte, z.B. durch Defekt von Festplatte, Prozessor, RAM oder Mainboard!
Zusätzlich kommen vielleicht noch diverse Testzwecke in Frage, in denen man sich der Hilfe von VMware bedienen könnte, um den originalen Router lauffähig zu halten und ein neues OPT erst mal in einer virtuellen Umgebung zu testen.
Ich konnte VMware nur auf einem Rechner während meines Praktikums nutzen. Mittlerweile, da dieses HowTo gelesen wird, wird mein Praktikum wohl schon vorbei sein und ich kann nicht versprechen, dass ich noch auf VMware zugreifen kann. Fragen hierzu versuche ich aber trotzdem gerne zu beantworten.
Mir stand VMware 3.0.0 zur Verfügung. Alle Hinweise in diesem HowTo beziehen sich auf diese Version. Ältere Versionen von VMware werden sehr wahrscheinlich noch nicht über gewisse Funktionen verfügen, da diese aktuelle Version von VMware einige Neuerungen bietet.
Ich habe die Lösung mit 3 Netzwerkkarten gewählt, weil ich es für anschaulicher hielt. Aufgrund vieler EMails, die mich aufgrund der ersten Version dieses HowTos erreichten, habe ich es auch mit nur einer einzigen physikalischen Netzwerkkarte im Host geschafft. Ich habe ursprünglich die Lösung über 3 Netzwerkkarten gewählt, weil hier anschaulich verdeutlicht werden kann, wie die beiden Netzwerkkarten aus dem Router (oder 2 völlig andere) in den Client eingebaut und dort von FLI4L verwendet werden.
Am Ende des HowTos habe ich einen Abschnitt "Nur eine Netzwerkkarte" erstellt. Dort findet der interessierte Leser eine Konfiguration, bei der nur eine einzige Netzwerkkarte im Host sein muss. Dies ist praktisch, wenn man seinen Router bei einem Bekannten vergessen hat und abends noch mal schnell ins Internet will, der (Windows) Rechner aber für die Einwahl über den FLI4L konfiguriert ist und man keine Einwahlsoftware oder -einstellungen durchführen will.
Ferner ist die Sicherheit über einen emulierten FLI4L immernoch deutlich höher, als ein direkter Anschluss an das DSL oder ISDN.
Aber: die Sicherheit ist immernoch deutlich niedriger als die von einer echten FLI4L Lösung auf einem eigenen Rechner.
Zuallererst installieren wir, falls noch nicht geschehen, die Software VMware.
Die Verkabelung per Crosslink Kabel soll diese Zeichnung verdeutlichen:
Alternativ kann man es auch über einen Switch oder Hub lösen:
Wir wählen im Menü FILE den Punkt NEW, dort dann New Virtual Machine:
Im Wizard wählen wir die Funktion Custom:
Als Betriebssystem wähle ich FreeBSD, ich bin mir aber nicht sicher, ob
es nicht auch mit anderen Systemen ginge. Als ich Linux wählte, wurde mir
eine SCSI Platte erstellt. Ich wollte aber eine IDE Platte als virtuelle Platte
haben. Bei FreeBSD wurde mir standardmässig schon eine IDE Platte erstellt.
Prinzipiell ist das Betriebssystem, das hier gewählt wird, relativ egal.
Da wir mit FLI4L nur rudimentäre Funktionen der Hardware benutzen, benötigen
wir keine Optimierung an ein Betriebssystem. Wie weiter unten erläutert
hängt vom gewählten Betriebssystem stark die Variante der VMtools
ab. Diese VMtools benötigen wir aber nicht. Sie bieten uns höhere
Disk-Performance, höhere Bildschirmauflösung und besserer Maus Support.
Wer unbedingt meint, dass er eine dieser 3 Vorteile benötigt, kann gerne
die von VMware angebotenen Betriebssysteme durchprobieren. Ich für meinen
Teil habe FreeBSD gewählt und es hat funktioniert. Aber hier bin ich gerne
bereit, andere Meinungen anzunehmen, wenn mir jemand die Vorteile seiner Wahl
darlegen will.
Als Virtual machine name geben wir einen treffenden Namen ein, z.B. FLI4L. Der
Name ist egal, er dient nur zu unserer Information und besseren Übersicht.
Als Location wählen wir eine Partition und ein Verzeichnis unserer Wahl
aus.
Die Menge an RAM können wir abhängig vom vorhandenen freien RAM auf
unserem Client recht großzügig auf 64 MB einstellen. Selbstverständlich
gingen auch 96 MB oder gar 128 MB. Aber dies dürfte für Routing-Zwecke
stark überdimensioniert sein...
Wir wählen 32 MB oder 64 MB aus. Später können wir bei Bedarf
diese Größe immernoch erhöhen oder verringern. Also brauchen
wir uns jetzt damit nicht den Kopf zu zerbrechen.
Im nächsten Fenster wählen wir "Use bridged networking".
Es ist völlig egal, was genau das bedeutet, oder was wir da wählen.
Wir ändern es gleich sowieso völlig anders ab. Aber wir müssen
dieses Fenster irgendwie aktiv hinter uns bringen, also wählen wir gleich
die erste Möglichkeit und dann NEXT.
Hier werden wir nach der Art der Festplatte gefragt. Wir haben hier die Möglichkeit,
eine neue "virtuelle" Festplatte zu erstellen. Dies ist ein einziges File auf
unserer physikalische Festplatte. Hierin wird die Festplatte in VMware emuliert.
Man kann es als Image der virtuellen Platte bezeichnen. Diese virtuelle Platte
ist völlig abgeschirmt von der physikalischen Festplatte. Tools für
den Bootsektor oder Partitionsprogramme konnten in VMware gestartet nichts auf
meiner physikalischen Festplatte anrichten. Aber wie immer bei heiklen Aktionen
gilt auch hier:
Die zweite Wahl wäre eine bereits erstellte virtuelle Disk zu benutzen, für Leute, die evtl. früher schon mal eine erstellt, oder eine von einem anderen Rechner rüberkopiert haben.
Die dritte Wahl ist für Profis. Hier kann man eine tatsächliche, echte Partition auf der Festplatte wählen. Diese Lösung empfiehlt sich aber nur für Profis, die genau wissen, was sie da tun und wie sie es tun!
Alle anderen wählen hier bitte die erste Möglichkeit:
Als nächstes werden wir nach der Größe der virtuellen Festplatte
gefragt. Je nach dem, was wir später mit dem Router vorhaben, wählen
wir hier eine entsprechende Größe aus. Diese Festplattengröße
ist allerdings nur die maximale Größe. Real verbrauchen wird unser
File auf unserer "echten" Festplatte aber nur so viel Platz, wie wirklich Daten
in dem File gespeichert sind. Wählen wir z.B. eine Partitionsgröße
von 1 GB aus und speichern nur den kompletten FLI und ein paar OPT Pakete darin
ab, dann wird das File lediglich ca. 8 MB groß. Halt eben nur so viel,
wie Daten darin vorkommen. Es zählt nur der benötigte Speicherplatz.
Hier sollte für den normalen Gebrauch 1 GB mehr als genügen:
Im nächsten Fenster geben wir an, wohin das virtuelle Festplatten-Image
geschrieben werden soll. Hier bietet sich das gleiche Verzeichnis wie vorhin
an:
Nun finden wir uns im Hauptfenster von VMware wieder:
Jetzt gehen wir in den Configuration Editor
Wir wählen den USB Controller, falls er bei uns auftaucht. Denn in FLI
benötigen wir kein USB (noch nicht). Sollten wir im Laufe unseres Lebens
USB mit FLI4L benötigen und sollte es dann schon implementiert sein, kann
man den USB dann immernoch nachträglich hinzufügen. Vorerst aber benötigen
wir ihn nicht. Was ich nicht benötige, schalte ich ab oder entferne es.
Wir bestätigen mit Yes
Nun wählen wir den Network Adapter aus (Schritt 1),
dann wählen wir bei Schritt 2 "Connect to the following network" den Punkt:
"Custom" aus.
Nun als Schritt 3 wählen wir "VMnet2"
Als Schritt 4 bestätigen wir mit OK
Wir gehen wieder in den Configuration Editor
Wir fügen neue Hardware hinzu mit "Add"
Hier wählen wir "Network Adapter" und machen weiter mit "Next"
Wir wählen wieder "Custom", dann VMnet3 und machen weiter mit "Finish"
Wir sollten nun im Configuration Editor 2 Network Adapter sehen können.
Weiter geht es mit Klick auf Settings
In der Virtual Network Configuration stellen wir nun auf dem Tab "Bridge Mapping"
unsere beiden Netzwerkkarten für den FLI ein.
Ich habe meine Karte für das LAN auf VMnet2 gelegt.
Die Karte fürs DSL dann auf VMnet3
So sollte es auch in FLI erkannt werden. Die erste Karte (eth0) fürs LAN,
die zweite (eth1) fürs DSL.
Nun noch das OPT HD und das OPT DSL hinzu, und die Diskette erstellen. Mehr OPTs sind zum jetzigen Zeitpunkt in den meisten Fällen unnötig. Näheres hierzu in den FLI4L ReadMe Dateien (u.a. HD Install Vorgang).
Alles weitere sollte wie in den jeweiligen HowTos für FLI4L beschrieben
ablaufen.
Von nun an sollte FLI4L auf dem Client in einem Fenster lauffähig sein.
Die VMware Tools, von denen im unteren Rand des Fensters die Rede ist brauchen
nicht installiert zu werden. Sie bringen nichts. Sie sind eigentlich hauptsächlich
dazu da, eine bessere Leistung der Maus, eine höhere Bildschirm-Auflösung
und verbesserte Disk-Performance im jeweiligen Betriebssystem zu ermöglichen.
Maus in FLI4L? :-) unnötig
Höhere Auflösung in FLI4L? :-) unnötig
Bessere Disk Performance? Eventuell, aber nicht unbedingt notwendig. Die Performance
der Festplatte reicht schon in der Basiskonfiguration von VMware ohne Optimierungen
dicke aus. So viele Daten werden nun ja auch nicht übertragen.
Das Kapitel "Nur eine Netzwerkkarte"
Oder: es geht alles viel, viel einfacher und rudimentärer
Man braucht keine Festplatteninstallation im FLI4L in VMware einzurichten.
Selbstverständlich kann man auch wie gewohnt von Diskette booten, oder
die Diskette in ein Image File schreiben und somit die Bootgeschwindigkeit deutlich
erhöhen.
Helfen kann uns dabei u.a. das Tool WinImage, oder jedes andere Tool, das reine
Images von Floppys erstellen kann. Dazu muss man wie gewohnt die FLI4L Diskette
erstellen ("backen") und diese dann in dem entsprechenden Tool in ein Floppy-Image
wandeln.
Unsere Konfiguration an der VMWare Einstellung ändert sich wie folgt:
Wir stellen die beiden Netzwerkkarten um auf den Modus Bridged, an stelle von
der bisherigen Einstellung VMnet2 bzw. VMnet3.
Dazu klicken wir auf Edit Virtual Machine Settings
Dann wählen wir NIC1 aus und ändern sie in den Bridged Mode:
Mit NIC2 machen wir das gleiche.
An den Einstellungen in der base.txt sollte sich nichts ändern, von HD-Installation
oder OPT BOOTCD mal abgesehen.
Zudem könnten wir das CD-ROM und die Festplatte entfernen, wenn wir sie
nicht mehr brauchen. Das habe ich auf dem Bild schon getan.
Jetzt müssen wir sicherstellen, dass der Host-PC keine Dienste des internen
LAN mehr ausführt. Nun können wir das Netzwerkkabel vom DSL-Modem
direkt in die Netzwerkbuchse der einzigen NIC des Host-PC stecken.
Mit einer einzigen Netzwerkkarte ist Routing nicht mehr so toll. Darum fällt das Routing ganzer Netze bei dieser Möglichkeit flach. Wie schon anfangs gesagt, habe ich dies praktisch gefunden, als ich mal meinen Router bei einem Bekannten vergessen hatte und abends noch mal schnell ins Internet wollte, der (Windows) Rechner aber für die Einwahl des FLI4L konfiguriert war.
Eine Alternative, die das Routing ermöglicht wäre es, das DSL-Netzwerkkabel an einen Switch zu hängen, den Host-PC mit dem virtuellen VMware und die PCs des Netzwerkes somit mit dem Signal zu versorgen.
Eine andere Lösung wäre es, eine weitere Netzwerkkarte in den Host-PC
zu verbauen und an diese dann das weitere interne LAN anzustöpseln.
Dieses How-To ist momentan noch in der Erprobung. Ich konnte es bisher erst
auf sehr wenigen Rechnern testen.
Für Verbesserungen, Optimierungen, Fehlermeldungen, Kommentare o.ä.
bin ich zu erreichen unter Email: hoescheler@t-online.de
Ferner geht mein Dank auch an die vielen Hilfen der FLI4L Fangemeinde und des
FLI4L Teams, ohne die ich niemals einen ausgereiften Softwarerouter in vollem
Funktionsumfang hätte aufsetzen können.
Žbye
Gebhard Höscheler, Februar 2004
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