
Dieses HowTo gilt für alle Provider, die den Internetzugang als reine Ethernetlösung mit DHCP anbieten. I.d.R. sind dies Zugänge via TV-Breitbandkabel (Kabelmodem). Es gibt aber auch Provider, z.B. Berlikomm, die dem Benutzer ein DSL-Modem mit Ethernet-Schnittstelle liefern, an der direkt TCP/IP anliegt. Die Pakete werden also nicht in PPP-Pakete oder PPTP 'umgepackt'.
Eine Nutzerkennung gibt es nicht. Auf der Netzbetreiberseite läuft ein DHCP-Server, welcher der am Kabel- bzw. DSL-Modem hängenden Netzwerkkarte eine IP zuweist.
Für fli4l sind daher lediglich folgende Pakete erforderlich (ab Version 2.0.4):
Grundpaket: fli4l-2.0.x
Zusatzpaket: dhcp
Problematisch ist bei einigen Providern die Namensauflösung (DNS). Chello
unterbindet z.B. die Nutzung des DNS-Quellport 53. Bei der Telnet Belgium funktioniert
die Zuweisung des DNS-Servers mittels USEPEERDNS
nicht.
Deshalb wird generell empfohlen, auf fli4l einen alternativer DNS-Server zu
betreiben => OPT_DJBDNS. Dieses externe OPT-Paket kann über die OPT-Datenbank bezogen
werden.
Da hier ein reines Ethernet-Routing vom fli4l übernommen wird, ist das Paket 'DSL' nicht erforderlich.
Alle Einstellungen, die in diesem HowTo nicht erwähnt werden, sind gegenüber der Beispielkonfiguration unverändert geblieben.
In der base.txt wird zunächst der Default-DNS Server von fli4, der ENS, abgeschaltet:
#------------------------------------------------------------------------------ # Domain configuration: #------------------------------------------------------------------------------ START_DNS='no' # start dns server no: djbdns is running! DNS_FORWARDERS='' # not necessary for djbdns
Durch das reine Ethernet-Routing gibt es keine Einwahl im Sinne von Authentifizierung, also gibt es auch keinen Circuit. Deshalb kann der 'imond' nicht zur Steuerung eingesetzt werden. Folglich ist die Variable START_IMOND auf no zu setzen. Somit ist leider auch die Nutzung des Imonc nicht möglich.
Anmerkung:
Wer dennoch den imond installieren will, um einen Teil der Imonc-Funktionen
zu nutzen, kann das Paket ISDN zusätzlich aktivieren und eine beliebige
ISDN-Karte als Dummy installieren (einfach den Treiber dafür auswählen).
Eine Karte braucht nicht eingebaut zu werden, aber die Angabe eines (Dummy-)Circuits
ist erforderlich.
#------------------------------------------------------------------------------ # imond configuration: #------------------------------------------------------------------------------ START_IMOND='no' # start imond: yes or no
Soweit die Einstellungen in der base.txt.
In der dhcp.txt muß i.d.R. nur der DHCPCD-Dämon aktiviert werden:
#------------------------------------------------------------------------------ # Optional package: DHCPCD ------- EXPERIMENTAL -------- #------------------------------------------------------------------------------ OPT_DHCPCD='yes' # install DHCPCD: yes or no DHCPCD_INTERFACES='eth1' # listen on interfaces, e.g. 2nd(!) NIC DHCPCD_USEPEERDNS='no' # use dns server of your provider: yes or no
In der Variablen DHCPCD_INTERFACES muß festgelegt werden, welche Netzwerkkarte mit dem Modem verbunden ist und vom DHCP-Client für TCP/IP konfiguriert wird. Bei 2 Netzwerkkarten im Router ist dies die zweite Karte. Linux zählt die Netzwerkarten beginnend mit eth0 über eth1 bis zur N-ten Karte eth(N-1). Dementsprechend lautet der Eintrag für die zweite Netzwerkkarte eth1!
Das OPT_DHCLIENT ist obsolet und wird in späteren Versionen nicht mehr zum Einsatz kommen.
#------------------------------------------------------------------------------ # Optional package: DHCP client #------------------------------------------------------------------------------ OPT_DHCLIENT='no' # install DHCP client: yes or no
Es darf auf keinen Fall zustäzlich aktiviert werden!
Da in der base.txt der Default DNS-Server deaktiviert wurde, muß in der djbdns.txt noch der Ersatz aktiviert werden:
#------------------------------------------------------------------------------ # Optional package: DJBDNS # # Set START_DNS='no' (base.txt) if you enable this package! #------------------------------------------------------------------------------ OPT_DJBDNS='yes' # install djbdns: yes or no
Weitere Infos zum OPT_DJBDNS sind der dem Paket beiliegenden Dokumentation zu entnehmen.
Nachdem neben den in der Dokumentation beschriebenen Konfigurationseinstellungen die bis hierher erläuterten Einträge erfolgt sind, kann nun mit mkfloppy.bat (unter Windows) bzw. sh mkfloppy.sh (unter Linux) die zum Booten des Routers erforderliche Diskette erstellt werden.
Damit ist die Einrichtung des Routers abgeschlossen. Die Konfiguration der Clients erfolgt wie bei einem normalen fli4l ISDN- bzw. DSL-Router. Näheres ist bitte der Dokumentation und den HowTows für Betriebssyteme zu entnehmen.
Dieses HowTo wurde erstellt von Arno Behrends.
Letzte Änderung: 2002-07-24
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