Mini-Howto für fli4l mit zwei Diskettenlaufwerken

Da das Angebot von zusätzlichen Programmpaketen für fli4l inzwischen (fast) unüberschaubar groß geworden ist, reicht selbst eine überformatierte Diskette für so manch einen User nicht mehr aus. Als Alternative bietet sich inzwischen ja offiziell Festplatte und CompactFlash an. Doch die haben beide Ihre Nachteile: Festplatten sind laut, CompactFlash ist teuer.
Als eine Zwischenlösung bietet es sich an, zwei Disketten in zwei Diskettenlaufwerken zu betreiben. Die, die sich ihren Router wie ich aus dem Kellerbestand gebastelt haben, werden auch noch ein zweites Diskettenlaufwerk finden können.

Ich habe das ganze mit fli4l 2.0.1 realisiert. Über die Funktion bei älteren Versionen kann ich nichts sagen.

Hintergrund

Von der ersten Diskette (1,44 MB) wird gebootet. Die Datei opt.tgz wird dann von der zweiten Diskette (evtl. 1,68 MB) geladen.

Vorgehensweise

Zunächst wird eine ganz normale fli4l- Bootdiskette mit einer Minimalkonfiguration erstellt. Dann werden auf der soeben erstellten Diskette die Dateien opt.tgz und rc.cfg gelöscht. Anschließend öffnet man mit einem beliebigen Editor die Datei syslinux.cfg auf dieser Diskette und ändert die Zeile

APPEND load_ramdisk=1 initrd=rootfs.gz root=/dev/ram0 boot=/dev/fd0h1440

in

APPEND load_ramdisk=1 initrd=rootfs.gz root=/dev/ram0 boot=/dev/fd1h1440

um, wenn die zweite Diskette normal (1,44 MB) formatiert ist,
oder in

APPEND load_ramdisk=1 initrd=rootfs.gz root=/dev/ram0 boot=/dev/fd1u1680

um, wenn die zweite Diskette überformatiert (1,68 MB) ist.

Daraufhin erstellt man eine umfangreichere Konfiguration. Von dieser erstellt man sich dann mit

mktgz für Windows

oder mit

sh mktgz.sh für Unix/Linux

eine neue opt.tgz und rc.cfg. Diese beiden Dateien kopiert man aus dem Verzeichnis img auf die zweite Diskette.

Die erste Diskette mit der modifizierten syslinux.cfg kommt in Laufwerk A, die zweite mit der großen opt.tgz und rc.cfg in Laufwerk B. Beim Booten sollte der Rechner nun zuerst von der ersten Diskette lesen, dann von der zweiten. Gemountet wird am Ende nur die zweite.

Folgendes gibt es noch zu beachten:

  1. Sämtliche Programme werden aus dem Archiv opt.tgz in eine Ramdisk entpackt. Die Größe dieser wird über die Option RAMSIZE in der base.txt, die im Normalfall auf 2 MB eingestellt ist, bestimmt. Dadurch, daß in 1,68 MB auch mehr als 2 MB komprimierte Daten gehen, kann es sein, daß die Ramdisk zu klein wird. In diesem Fall muß dann die Option RAMSIZE in der base.txt entsprechend angepaßt werden. Dazu sollte man das hier lesen.
  2. Wenn man mit Imonc ein Fernupdate über FTP macht, sollte man beachten, daß Imonc die Daten nur auf die 2. Diskette schreiben kann, da die 1. nicht gemountet ist. Will man nur die opt.tgz und rc.cfg aktualisieren, gibt es keine Probleme. Will man aber z.B. den Kernel aktualisieren, sollte man erneut alle Schritte aus diesem How-To durchführen.

Sonstiges:

Für die, die nur ein Diskettenlaufwerk verwenden können oder wollen müßte es theoretisch auch möglich sein, zwei Disketten nacheinander in einem Laufwerk zu verwenden. Mit diesem Thema habe ich mich noch nicht näher beschäftigt; der Router müßte halt wenn der Diskettenwechsel ansteht anhalten und einen Piepston ausgeben. Wie kompliziert das zu realisieren ist, weiß ich nicht. Außerdem könnte man bei angeschlossenem Monitor und ein wenig Übung das doch auch so machen können... ;-)

Weitere Fragen oder ähnliches an mich.

Das How-To wurde auf fli4l 2.0.1 durch Nils Lichtenfeld im Auftrag von Florian Holl angepaßt.

©2001 Florian Holl (mail@florianholl.de)

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